Miriam Hofer

Miri, erzähl uns doch mal .. 

Was macht eigentlich ein/e Social Media Manger/in

Eine Frage, die sich wahrscheinlich viele Menschen stellen. Arbeitet ein Social Media Manager überhaupt oder hängt er den ganzen Tag nur auf Instagram und Co. rum?

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir unsere Geschäftsführerin Miriam Hofer gefragt. Im folgenden Interview gibt sie einen Einblick hinter die Arbeit eines Social Media Managers.

Was ist das Erste, was du machst, wenn du ins Büro kommst?

Kaffee!!! Spaß – ich fahre meinen Rechner hoch, mach mir eine Tasse Kaffee und scrolle durch Instagram, um zu schauen, ob es irgendwelche News gibt. Ich schau mir wichtige Accounts an, die relevant für meine betreuten Kunden sind. Ist in der jeweiligen Branche irgendwas Interessantes passiert?
Dann lese ich auch über den Redaktionsplan und kontrolliere was für den heutigen Tag ansteht.

Was sind die Grundvoraussetzungen für den Job als Social Media Managers?

Wichtig ist, Bock auf das Thema und die Motivation sich auf den sozialen Medien zu bewegen. Auf Dauer ist diese Tätigkeit anstrengend. Früher war ich privat mehr unterwegs auf den sozialen Medien und mittlerweile hat das Berufliche das Private ersetzt.

Neugierde auf aktuelle Trends muss auch da sein, da diese Branche sich ständig weiterentwickelt. Du musst up-to-date bleiben und kannst nicht sagen „Ich bin zu alt für TikTok“. Selbst wenn die Plattform für dich vielleicht nicht interessant ist, für den Kunden ist sie vielleicht relevant.

Eine gewisse Grundaffinität für Design und Text sollte auch vorhanden sein.

Was sind deine täglichen Grundaufgaben?

  • Strategieplanung für und mit den Kunden
  • Workshops planen und moderieren
  • Planung des Contents, d.h. Aufstellen eines groben 3-monatigen Redaktionsplans und einen detaillierten Plan für den kommenden Monat
  • Ausarbeitung des Inhalts (Bilder shooten, Texte schreiben, Videos drehen etc.)
  • Community Management (Kommentare und Nachrichten beantworten)
  • Reporting der Ergebnisse

Wie wirbst du neue Kunden bzw. wie wirst du auf potenzielle Kunden aufmerksam?

Ich habe bei Unternehmen in meinem Umfeld angefangen. Ich dachte mir, dass die offline richtig cool sind, aber ihre Online-Präsenz ließ halt zu wünschen übrig. Ich habe sie dann angesprochen und darauf hingewiesen, dass online viel mehr möglich ist, um sich auch da qualitativ hochwertig präsentieren zu können.

Was ist wichtig bei der Erstellung eines Brandings auf Social Media?

Egal, ob alteingesessenes oder neu gegründetes Unternehmen – ich stell am Anfang immer die Frage: Warum habt Ihr angefangen bzw. was ist eure Wertebasis?

Meistens kristallisiert sich aus den Überlegungen dann ein Leitsatz, wofür das Unternehmen steht. Gewissermaßen bildet sich ein Puzzle aus verschiedenen Teilen und wenn du das zusammensetzt, entsteht ein Bild von der Identität. Dieses kannst du dann für den Aufbau des jeweiligen Accounts nutzen. Daraus erschließen sich auch die jeweiligen Content-Inhalte und -formate. Oft werben Unternehmen mit Transparenz. Wenn es sich dabei um eine Produktion handelt, zeigen wir auf Social Media, wo und wie produziert wird. Die Frage ist immer, was könnte den Endnutzer interessieren?

Mit welchen Klischees wirst du häufig konfrontiert?

Ich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn jemand sagt, er macht Social Media nebenbei. Das ist einfach ein Fulltime-Job. Und wenn es nur nebenbei gemacht wird, ist meistens der Content nicht ausreichend qualitativ hochwertig. Das liegt aber meistens nicht an der zuständigen Person, sondern an der mangelnden Zeit, die in das Projekt Social Media gesteckt wird.

Was ich auch oft höre, dass Social Media Manager eigentlich nur 24/7 am Handy hängen. Stimmt, wir sind viel am Handy, aber wir arbeiten ja damit. Wir konsumieren wirklich viel Content, aber wir nutzen das auch als Informations- und Inspirationsquelle für unsere eigene Arbeit.

Als ich angefangen habe, hatte auch ich dieses Klischeebild von einem Social-Media-Glamour-Girl. Vergleichbar mit diesem Influencer-Image, dass jeder im Kopf hat. Das ist Bullshit 😉 Davon musste ich mich auch erst lösen. Es geht nicht nur um Fashion, Beauty, etc. Die Bandbreite an Themen ist so groß und nicht alles ist so oberflächlich.

Zum Schluss – bist du noch privat auf Social Media unterwegs?

Ich fange jetzt wieder mehr damit an. Das Problem ist, wenn du berufsbedingt 16 von 24 Stunden am Handy hängst und deine Kunden betreust…dann hast du keine Lust auch noch selbst, was zu machen. Aber Self-Branding ist auch ein wichtiges Thema, was viele (und leider auch ich) außer Acht lassen. Oft verbindet man ein Unternehmen mit einem Gesicht und will dann die Person dahinter auch kennenlernen. Wenn man dann ein gutes Personal-/Self-Branding betreibt, bringt einen das auch im Beruf weiter. Vor allem in der Kundenakquise und -bindung, weil die Leute einen Bezug zu dir als Person aufbauen.

Deshalb versuche ich auch wieder mehr eigenen Content zu zeigen. Aber es ist halt wahnsinnig zeitaufwendig und kommt daher viel zu kurz. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Im Urlaub, zum Beispiel, ist das sehr inflationär und danach, wenn man wieder im Alltag angekommen ist, flacht es wieder ab. Es ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil der eigenen Arbeit.

Der schlafende Riese TikTok